Leistungen bei der Schwangerschaftsvorsorge für die Gesundheit von Mutter und Kind

Für werdende Mütter gibt es eine spezielle Schwangerschaftsvorsorge im Abstand von jeweils circa vier Wochen. Dabei geht es nicht nur um die Gesundheit der Mutter, sondern auch um die vom Baby. Und dafür gibt es verschiedene Leistungen die sich nach gesetzlichen und (teils kostenpflichtigen) Zusatzleistungen unterscheiden.

Schwangerschaftsvorsorge

Gesetzliche Regelungen zur Schwangerschaftsvorsorge

Die Mutterschafts-Richtlinien sind per Gesetz geregelt. Sie geben Art und Umfang zur Schwangerschaftsvorsorge klar vor. Mit Blick auf die Gesundheit von Mutter und Kind übernehmen die Krankenkassen die Leistungen, die zur Erfüllung der Richtlinie nötig sind. Diese Leistungen haben das Ziel, dass

  • durch ärztliche Betreuung die Gesundheit von Mutter und Kind geschützt sind.
  • bei Mutter und Kind Gefahren für Leben und Gesundheit abgewendet wenden können.
  • Störungen der Gesundheit rechtzeitig erkannt und mit entsprechenden Methoden behandelt werden können.
  • eine ärztliche Beratung vorliegt, die bei Bedarf auch Hinweise zu regionalen Unterstützungsangeboten liefert.

Leistungen in der Schwangerschaft per Gesetz

Um die oben aufgeführten Punkte zu erfüllen können Schwangere konkrete Leistungen durch ihre Kasse in Anspruch nehmen. Dazu gehören zum Beispiel

  1. eine Untersuchung und Beratung in der Schwangerschaft.
  2. die Früherkennung einer Risikoschwangerschaft.
  3. eine spezielle Überwachung von Risikoschwangerschaften.
  4. Untersuchung auf Infektionen.
  5. Blutgruppenserologische Untersuchung nach der Geburt oder nach einer Fehlgeburt.
  6. die Untersuchung und Beratung von Wöchnerinnen.
  7. das Ergreifen von medikamentösen Maßnahmen.
  8. die Verordnung von Heil- und Verbandmitteln.
  9. das Ausstellen von Bescheinigungen und Aufzeichnungen.

Die Betreuung im Wochenbett führt in der Regel eine Hebamme durch. Dabei sieht sie nach Mutter und Kind, prüft die Gesundheit der beiden und achtet darauf, wie sich das Baby in der ersten Zeit entwickelt. Zwar haben Sie Anspruch darauf. Aber keine Hebamme ist tatsächlich verpflichtet, Sie zu betreuen. Daher sollte man sich auch direkt zu Beginn der Schwangerschaft auf die Suche nach einer (freien) Hebamme machen. Das liegt daran, dass die Anzahl der freien Hebammen oft geringer ist als der Bedarf nach ihnen. Seien Sie also  auch nicht überrascht, wenn die Suche länger dauert.

Wenn man zu spät nach einer Hebamme sucht kann es übrigens auch gut sein, dass man keine Hebamme mehr für die Betreuung während und nach der Schwangerschaft findet. In dem Fall sind Sie aber dennoch nicht allein. Ihr Arzt betreut Sie weiterhin. Und auch im Kreißsaal stehen nicht nur Ärzte für Sie bereit, sondern auch die Hebammen aus dem Krankenhaus.

Zusatzleistungen durch Arzt und Hebamme

Die Kosten für Zusatzleistungen sind meist von den Patientinnen selbst zu tragen. Ob und welche Leistungen sinnvoll sind kann übrigens je nach Patientin anders sein. Am besten klärt man das direkt mit Arzt und Hebamme ab.

In der Regel erhalten Schwangere auch direkt beim ersten Gespräch viele Infos von ihrem Arzt. Hier sind unter anderem auch die möglichen Zusatzleistungen mit ihren Kosten aufgeführt. Zu diesen Leistungen gehören zum Beispiel:

  • Immunscreening.
  • Diabetes Screening.
  • Ersttrimester Screening.
  • Weitere Ultraschalluntersuchungen.
  • Doppelultraschalluntersuchung.

Auch Rufbereitschaft durch die Hebamme, Kurse zur Geburtsvorbereitung oder eine zusätzliche Beratung bei der Hebamme können Zusatzleistungen zur Schwangerschaftsvorsorge sein. Je nach Kasse kann es sein, dass auch die Kosten für bestimmte Zusatzleistungen übernommen werden. Welche genau das sind erfährt man am besten direkt bei seiner Krankenkasse. Entweder auf deren Homepage oder über eine Anfrage per Telefon oder E-Mail.

Verschiedene Angebote durch Hebammen

Was genau eine Hebamme an Leistungen anbietet hängt in der Regel von ihrer Qualifikation ab. Zum Angebot einer Hebamme können zum Beispiel diese Leistungen gehören:

  • Geburtsvorbereitung,
  • Wochenbettbetreuung,
  • Stillberatung,
  • Kurse zur Rückbildung,
  • Babymassage oder
  • Akupunktur.

Auch hier sollte man direkt mit der Kasse klären ob und welche dieser Leistungen sie übernimmt. Während zum Beispiel die Betreuung im Wochenbett und die Rückbildung meist zu den Leistungen der Kasse gehören, kann es zum Beispiel bei Akupunktur oder Babymassage schon wieder ganz anders aussehen.

Unser Tipp: Bei der Suche nach einer Hebamme kann man natürlich auf das Angebot achten. Doch viel wichtiger ist es, dass die Chemie stimmt. Denn die Hebamme begleitet einen während einer teils sehr emotionalen Zeit. Und oft auch beim sehr intimen Erlebnis der Geburt. Wägen Sie also bei der Suche nach einer Hebamme gut ab worauf es Ihnen ankommt. Denn das Angebot von vielen Leistungen bringt nichts, wenn Hebamme und Schwangere keinen Draht zueinander finden.

Der Mutterpass zur Info und Doku

Die Schwangerschaftsvorsorge findet circa alle vier Wochen statt. Neben der Abnahme von Blut und / oder Urin wird dabei unter anderem auch das Gewicht der Schwangeren geprüft. Und natürlich gibt es auch eine Untersuchung per Ultraschall, mit der man nach der Gesundheit und Entwicklung vom Baby sieht. Die Ergebnisse aus diesen Messungen stehen dann auch jeweils im Mutterpass. Diesen erhalten die Frauen bereits zu Beginn ihrer Schwangerschaft direkt von ihrem Arzt.

Durch die Doku im Mutterpass kann jeder den Verlauf der Schwangerschaft lesen. Auch Infos wie die Blutgruppe der Mutter oder Besonderheiten zur Schwangerschaft sind hier hinterlegt.

Diese Infos sind auch der Grund, weshalb Schwangere ihren Mutterpass ständig bei sich haben sollten. Steht zum Beispiel ein unerwarteter Termin beim Arzt oder ein Aufenthalt im Krankenhaus an, können die Infos aus dem Mutterpass entscheidend für die Gesundheit von Mutter und Kind sein.

Tauschen Sie sich aus und holen Sie sich auch direkt bei Arzt und Hebamme Rat

Für einen ersten Eindruck können Sie sich mit anderen Schwangeren austauschen. Fragen Sie ruhig nach ob und welche Leistungen zum Beispiel Ihre Freundinnen in Anspruch genommen haben. Und fragen Sie auch nach dem Grund dafür. Oder auch nach dem Erfolg der Leistung.

Da aber jede Schwangerschaft anders verläuft sollten Sie sich nicht nur auf die Tipps Ihrer Freunde verlassen. Zumal es sich bei ihnen oft auch nicht um (echte) Experten handelt.

Im Gespräch mit Arzt oder Hebamme erhalten Sie eine Beratung mit Fachwissen. Dabei geht es gezielt um die Bedürfnisse von Ihnen und dem Baby. Unabhängig vom guten Rat Ihrer Freunde finden Sie so eine Lösung, die tatsächlich am besten für Sie und Ihr Kind ist.

 

Foto: pixabay.com © Pexels (CC0 Creative Commons)

 

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